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Nena im Ego-Himmel bei „Sing meinen Song“?!

Nena im Ego Himmel

Irgendwie putzig, wenn Annett Louisan davon träumt rockig sein zu wollen, und das jetzt in der Sendung verwirklicht. Schwärmerisch schaut sie zu Nena rüber und summt noch ein leichtes „Ich hoffe es gefällt dir“; Samy Deluxe schaut dabei als wäre er in Kinderquatsch mit Michael gelandet. Muss er doch seinem Rapper Image gerecht werden, nachdem er gerade eine chillige Version von Nenas „Berufsjugendlich“ abgeliefert hat. Vielleicht wäre er netter zu ihr, wenn er gehört hätte, dass Lousan „so Anti-Sänger mag“, oder vielleicht lag es auch genau daran.

„Ich lieg im grünen Gras und erzähl dir was“ säuselt Louisan ins Mikro und von der Sängercouch schallen Yeah- und Wohoooo-Rufe, die nach verzweifeltem Anfeuern klingen. Sie geht zu Nena und singt ihr ins Gesicht „ich bin total verwirrt“. Das nehme ich ihr sofort ab. Boss Hoss schauen verzweifelt und hoffen, dass das Lied bald zu Ende ist. Die „Magie“ von der Wolfgang Niedecken spricht kann ich nicht spüren und Samy redet von „einer großen Show“, als Louisan von der Bühne Richtung Sofa lief. Na wenn das der Höhepunkt war, ich weiß ja nicht.

Als nächstes präsentiert Nena ihre neue Single „Genau jetzt“. Gleich in der ersten Phrase fängt sie an zu rappen, die Stimmung lockert sich. Produziert von Samy Deluxe zeigt sich, mit dem Song, eine etwas andere Nena, die sich im Refrain trotzdem treu bleibt und mir samt Tochter im Background, einen neuen Ohrwurm beschert.

Fühlt man sich doch manchmal in der Sendung in seine Schulzeit zurückversetzt, wenn geschichtliche Hintergründe der Songs ausführlich erzählt werden. Trotzdem ist es doch genau das, was die Sendung ausmacht. Wolfgang Niedecken erzählt in seiner Geschichtslehrer Rolle, dass die 99 Luftballons am Ende des Stones Konzert hochgestiegen sind, daraufhin übernimmt Nena und hört gar nicht mehr auf. So erfahren wird ganz „fix“, dass die Plattenfirma das Lied zunächst wegen eines fehlenden Refrains nicht veröffentlichen wollte und, dass in Nenas Gästeklo die Auszeichnung der 1 Millionen verkauften Tonträger aus Amerika hängt.

Der Schweizer R&B- und Soul-Musiker Seven packt den das-war-meine-erste-Platte-Joker aus und begründet damit seine Songauswahl der „99 Luftballons“. Das „Stückchen Nena“, singt der Schweizer jetzt auf Deutsch. Normalerweise auf Englisch singend, erkennt man seine Stimme kaum wieder, doch schon in der ersten Strophe hat er mich gepackt- auch Nena ist neu verliebt.

Plötzlich stoppt die Musik und Seven sagt „Scheiße ich hab den Text verkackt“, schnell wird der Song neu angespielt und verliert leider etwas an Gefühl. Dann hat er wieder aufgeholt und pointiert bringt er die Worte hervor, als würde er jeden Tag deutsch singen. Vielleicht sollte er die Sprache seiner neue Platte überdenken. Ein wenig Jan-Delayig hingenuschelt, bekommen „99 Luftballons“ einen ganz neuen Flair, unvergesslich und hoffentlich nicht das letzte gute Ding des Abends. Auch Niedecken und die Boss Hoss sind begeistert Sevens Style herausgehört zu haben.

„Wunder geschehen“, auch hier ist es eine Geschichte, die man sonst wohl nur als eingefleischter Nena Fan kennt. Die Geburt ihres ersten Kindes und dessen verfrühter Tod wird aufgegriffen. Ich habe einen kurzen Moment, in dem ich hoffe, dass sich jetzt bitte kein tragisches RTL-Gefühl ausbreiten wird. Doch weg von „alles ist schwarz oder weiß“, jetzt bekommen wir neben Philosophie Nachhilfe, einfach die Hintergrund Infos, die den Song mit Nena verbinden.

Allen ist klar, Xavier wird das rocken.

Nena weiß, dass Xavier kein Herzschmerzgefühl auslösen wird, ob sie sich da so sicher sein kann? Hat sie etwas schon vorgelauscht? Xavier kriegt die Herzschmerz Kurve, und Nena hat recht. Das Lied ist ihm, wie auf den Leib geschneidert und der Liedtext war noch nie so präsent. „Schlicht und heavy“, da bin ich Nena´s Meinung.

Diese Momente retten die Show.

„Liebe ist“, bescherte damals Nena nach 20 Jahren wieder einen Nummer eins Hit. Niedecken verbindet damit seine ganz eigene Geschichte und steigt gleich mit einem rockigen Gitarrenriff ein. Neuer Rhythmus und mit seiner BAP typischen kölner Mundart, mach er den Song zu seinem Eigenen und jeder BAP Liebhaber wird sich freuen. Gut gemacht und mit Bridge am Ende haut der Song auch seine Musikerkollegen von der Couch.

„Musikalisch voll ihr Ding“, kommentiert Nena Niedeckens Auftritt und „voll inspiriert“ beendet sie den Abend. Dann wählt sie Annett Louisan als best interpretierten Song des Abends, und Lousan bekommt eine zweite Chance. Boss Hoss sind mit mir einer Meinung, dass sie wohl eher gewonnen habe, weil sie „von Lady zu Lady, einen guten Draht hatten“. Vielleicht wollte Nena aber nur noch einmal ein „ich hab nur von dir geträumt“ hören.

Eure, EllaWine2

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